Zeitumstellung

Uhren umstellen am 31. Oktober: Vor oder zurück?

Oma und Opa Lingen werden jedes Mal verrückt!

Jedes Jahr stellt man sich Ende März und Ende Oktober die Frage: „Müssen wir die Uhr nun eine Stunde vor oder eine Stunde zurückstellen und warum machen wir das eigentlich überhaupt?!“.
Schon oft hat man dieses Thema der Zeitumstellung diskutiert, ist das wirklich nötig, kann man es nicht einfach bei einer Uhrzeit belassen und wenn ja, welche soll dann die „Richtige“ sein? Zu einem Ergebnis ist bisher noch keiner gekommen, trotz Umfragen und Meinungsbefragungen – die Uhr tickt weiter, mal eine Stunde schneller, mal eine Stunde langsamer.
Doch vor allem ältere Menschen haben Schwierigkeiten sich zu merken, wann denn nun die Uhr wie umgestellt werden muss und welche Zeit denn wirklich „unserer Natur“ entspricht?!

Im Frühling vor – im Herbst zurück, oder doch anders herum?

„Siehst du, hier steht es! Schwarz auf Weiß, dick im Kalender eingetragen und sogar noch rot markiert!“ ruft Oma laut aus der Küche, als sie vor dem großen Kalender an der Wand steht.
„Hier steht, dass wir morgen die Uhr umstellen müssen!“
„Wo willst du sie denn hinstellen, weißt du eigentlich wie schwer diese Uhr ist?!“ Ruft Opa ihr genervt aus dem Wohnzimmer entgegen, während er im Fernsehen den Sportbericht verfolgt. „Du sollst doch nicht die Uhr an einen anderen Ort stellen, sondern die Zeit muss wieder umgestellt werden! Ich erinnere mich bloß nicht mehr, ob es eine Stunde vor oder eine Stunde zurück war? Weißt du das noch?“

Opa Lingen soll die Uhr verstellen.
Fotos pixabay.com

Opa stellt den Fernseher ab und geht zu Oma in die Küche, um selbst einen prüfenden Blick in den Kalender zu werfen. „Ist es denn wirklich schon wieder soweit? Haben wir nicht erst die Uhrzeit umgestellt?“, er blinzelt angestrengt über den Rand seiner Brille und liest „Zeitumstellung, 31.10.2021!“ Tatsache, Oma hatte Recht. „Mitteleuropäische Zeit“ steht hier noch drunter.“ bemerkt Opa, als er nochmal genauer hinschaut.

„Und was bedeutet das nun? Vor oder zurück?“ Oma steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch. „Also ich denke, wir haben im März die Uhr zurückgestellt, mir kam der Sommer ewig vor, die Tage haben ja teilweise kein Ende genommen, bestimmt wegen der einen Stunde mehr!“, Opa ist überzeugt und zweifelt nicht an seiner Vermutung. „Ach du spinnst ja! Erstens war der Sommer dieses Jahr ein Witz und Zweitens waren die Tage genauso lang, wie immer!“ Oma ist genervt.

„Ich würde meinen, im Herbst stellen wir die Uhren immer eine Stunde zurück und das ist dann die sogenannte „Mitteleuropäische Zeit“!“
Auch Oma ist sich ihrer Sache sicher und lässt Opa kaum eine Möglichkeit zum Widerspruch.
„Wenn du es sowieso besser weißt, dann frag mich doch nicht nach meiner Meinung. Außerdem kannst du auch das Internet fragen, du hast doch Erfahrung mit deinem Smartphone, gib es doch einfach mal in die Suchmaschine ein, dann wissen wir mehr.“
„Das ist eine gute Idee, manchmal ist es eben doch von Nutzen, dich zur Rate zu ziehen.“, Oma zückt ihr Smartphone und fragt „Onkel Google“.
„Ha! Wusste ich es doch! Ich hatte Recht, wir stellen am 31. Oktober 2021 die Uhr um eine Stunde zurück! Das ist dann diese „Mitteleuropäische Zeit“, also eigentlich die „richtige“ Uhrzeit, für unseren Biorhythmus. Im Frühling stellen wir die Uhr dann eine Stunde vor, was theoretisch gegen unsere Natur spricht und uns deshalb manchmal ein bisschen „geschlaucht“ fühlen lässt, die ersten Tage, nachdem wir die Uhrzeit umgestellt haben.“. Oma liest vertieft im Internet die Informationen durch.
„Aha, verstehe. Nun gut, dann stellen wir also die Uhr morgen eine Stunde zurück, von mir aus. Und ich dachte, dieses Theater soll irgendwann mal abgeschafft werden, das ist jedes Mal so ein Hin- und Her und man weiß nie richtig, ob nun VOR oder ZURÜCK?! Was soll das eigentlich überhaupt bringen?“ Opa stellt sich fragend in die Tür der Küche und schüttelt den Kopf.
Ja, was soll das eigentlich?!

Der „Sinn“ der Zeitumstellung – gibt es denn überhaupt und wozu drehen wir an den Uhrzeigern herum?

Die Frage nach Sinn und Nutzen der alljährlichen Zeitumstellung stellt sich bei einigen Menschen spätestens dann, wenn es im März und Oktober wieder so weit ist und uns eine Stunde genommen bzw. gegeben wird.
In der wärmeren Jahreszeit soll es dazu dienen, die Tage „länger“ zu machen, bzw. uns somit eine Stunde mehr Helligkeit am Abend und eine Stunde eher Tageslicht am Morgen zu bringen, als es sonst bei „normaler“ Zeit der Fall wäre.
Im Herbst und Winter hingegen, bekommen wir die „gemopste“ Stunde wieder zurück und unser Biorhythmus kann sich normal auf die übliche „Mitteleuropäische Zeit“ einstellen. Zwar sind die Tage dann gefühlsmäßig kürzer (was natürlich nicht der Fall ist), da es zeitig dunkel und später hell wird, jedoch verkraften wir diese Zeitumstellung meistens besser und sind nicht so gerädert, wie im Frühjahr.

Vor allem für ältere Menschen stellt die Zeitumstellung eine Problematik im Schlaf- Wach-Rhythmus dar
Ob eine Stunde mehr oder weniger, für viele Menschen, vor allem die ältere Generation, kann es durchaus ein Problem sein, wenn sie die Uhrzeit in der Nacht um eine Stunde verkürzen oder verlängern müssen.
Es wirft ihren Wach- und Schlafrhythmus durcheinander und es kann sein, dass sich der ein oder andere nach der Umstellung die ersten Tage etwas „durch den Wind“ fühlt.
Daher wären wohl einige Senioren froh darüber, wenn es doch noch zu einer Abschaffung dieser Umstellung von Sommer- auf Winterzeit kommen würde und alle ganz normal nach der üblichen Mitteleuropäische Zeit leben können, ohne Veränderungen im eigenen System, welches sich unser Körper ganz individuell aneignet.

Wer es nun besser verkraftet und wer nicht, kann man pauschal leider nicht beurteilen. Fakt ist, dass sowohl Oma als auch Opa immer wieder aufs Neue irritiert sind, wie es sich letztendlich mit der Zeitumstellung verhält, ob man den Uhrzeiger eine Stunde vor oder um eine Stunde zurück stellen muss und ob sich dieser Aufwand wirklich lohnt. Doch selbst wenn sie es für Unsinn halten, wer nicht mitmacht, lebt dann wohl entsprechend in der falschen Zeit und bekäme Schwierigkeiten im Alltag, ohne die richtige Uhrzeit zu wissen.

Vielleicht können sich die Senioren eine Eselsbrücke dazu bauen, frei nach dem Motto „Was der Sommer mir an Sonne bringt, gibt er mir im Winter an Gemütlichkeit und Ruhe zurück – somit bekomme ich in dieser dunkleren Jahreszeit „mehr Zeit“ geschenkt und darf mir in der Nacht der Zeitumstellung eine Stunde mehr Schlaf gönnen!“

Text Opa Lingen