Seniorenvertretung sucht neue Mitglieder

Allgemeines zur Wahl der Seniorenvertretung in Lingen

Die Seniorenvertretung in Lingen wird im November 2021 neu durch die Bürger der Stadt gewählt. Eine gute Möglichkeit, die Lebensverhältnisse der älteren Menschen künftig zu verbessern. Doch worum handelt es sich bei diesem Gremium, welche Aufgaben übernimmt es – und wer kann für das Amt kandidieren?

Wer kann sich für die Seniorenvertretung Lingen bewerben?

Wer derlei Aufgaben künftig übernehmen und die dabei zu entscheidenden Fragen mitbestimmen möchte, kann sich vom 5. Juli bis zum 5. September bei der Stadtverwaltung in Lingen bewerben. Kandidieren dürfen alle Personen, die am Wahltag 60 Jahre oder älter sind. Ebenso muss der Hauptwohnsitz der Bewerber in den letzten sechs Monaten in der Stadt Lingen gemeldet gewesen sein. Hilfreich – aber keinesfalls erforderlich – ist es zudem, wenn die kandidierende Person schon in der Vergangenheit in ehrenamtlichen Aufgaben aktiv war und dort bereits einschlägige Erfahrungen sammeln konnte. Besonders geschätzt werden diese natürlich, wenn sie im Bereich der Sozial- und Seniorenarbeit, der Betreuung älterer Bürger oder bei ähnlichen Tätigkeiten erworben wurden. Angesprochen sind somit Menschen, die über die erforderliche Zeit und die körperlichen wie geistigen Fähigkeiten verfügen, ein solches Amt mit allen seinen Herausforderungen ganz zum Wohle der Senioren zu meistern.

Wie erfolgt die Bewerbung für die Seniorenvertretung Lingen?

Die Bewerbung für die Wahl ist direkt an die Stadt Lingen zu richten. Unter dem Link www.Lingen.de kann das notwendige Dokument als PDF-Datei gefunden und heruntergeladen werden. Alle erforderlichen Unterlagen – neben dem Bewerbungsformular wird ein persönliches Vorstellungsschreiben sowie ein Lichtbild benötigt – sind bis spätestens 5. September an die Stadtverwaltung Lingen zu senden. Am 15. Oktober werden alle Kandidaten in der Senioren-Zeitschrift „Drehscheibe“ vorgestellt. Damit soll den Bürgern erstmals die Gelegenheit gegeben werden, sich über die zur Wahl stehenden Personen zu informieren. Bereits drei Tage später beginnt die Abgabe der Stimmen per Briefwahl. Am 4. November werden alle Bewerber noch einmal die Möglichkeit erhalten, sich auf einer Informationsveranstaltung der Seniorenvertretung Lingen persönlich zu präsentieren. Die eigentliche Stimmabgabe erfolgt vom 8. bis zum 12. November, das dabei gefällte Ergebnis wird am 16. November verkündet. Die erfolgreichen Kandidaten werden auf der konstituierenden Sitzung am 8. Dezember 2021 in ihr Amt eingeführt.

Wichtige Entscheidungen im Wahljahr

Das Jahr 2021 ist von zahlreichen Wahlen geprägt, die sich von der Kommunal- bis auf die Bundesebene erstrecken. Es gibt für die Bürger allerorten also genügend Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe. Neben der Zusammensetzung des Bundestages wird somit auch mancher Landtag gewählt. In einigen Gemeinden und Städten werden die dort aktiven Parlamente umbesetzt und der neue Bürgermeister bestimmt. Ein guter Anlass, um zugleich eine Wahl der Vertreter von Verbänden und Vereinen durchzuführen. Das passiert in der Stadt Lingen etwa mit der Seniorenvertretung. Vom 8. bis zum 12. November findet die dafür erforderliche Stimmabgabe der Bürger statt – schon einen Monat später könnte das Gremium seine Arbeit aufnehmen und sich somit wieder ganz dem Wohle der älteren Mitmenschen in Lingen widmen. Und dabei gibt es viel zu tun. Jede Person, die am Wahltag wenigstens 60 Jahre alt ist und die in Lingen wohnt, kann für die Seniorenvertretung kandidieren.

Die Seniorenvertretung – was ist das eigentlich?

Lingen Seniorenvertretung

Ein jeder Mensch hat Wünsche und Bedürfnisse. Doch nicht jedermann verfügt über Möglichkeiten, um diese auch durchzusetzen. Mehr noch, vielen Bürgern kann es in einer großen Stadt bereits an einer Stimme fehlen, um überhaupt Gehör zu finden. Oftmals geht es den Senioren so, dass sie schlichtweg nicht wissen, an welche Behörden und Einrichtungen sie sich mit ihren Anliegen wenden sollen. Wer ist der richtige Ansprechpartner, um eigene Ideen und Vorschläge zu formulieren? Wie genau muss das überhaupt ablaufen – gelten einzuhaltende Fristen, müssen bestimmte formale Kriterien beachtet werden? Gerade im hohen Alter erkennen viele Personen nicht, wie sie überhaupt auf sich aufmerksam machen sollen. Eine Seniorenvertretung kann jedoch dabei helfen. Bei ihr handelt es sich um ein Gremium mehrerer Mitglieder, das sich ganz dem Wohle der älteren Mitbürger widmet. Hier werden Fragen beantwortet, Konzepte entwickelt und Lösungsvorschläge präsentiert, die das Leben der Senioren verbessern sollen.

Warum ist eine Seniorenvertretung so wichtig?

Der demografische Wandel lässt sich nicht mehr leugnen. Gemeint ist damit, dass die Bevölkerung immer älter wird. Der Anteil der Bürger im hohen Lebensalter nimmt zu – jener der Kinder und Jugendlichen ist dagegen seit Jahren rückläufig. Die Stadt Lingen und der Landkreis Emsland bilden da im bundesweiten Vergleich leider keine Ausnahme. Für viele jüngere Bürger ist es relativ einfach, am Gemeinwesen teilzunehmen – aktiv in die Politik eintreten, Initiativen starten, Unterstützer für eigene Anliegen finden, die notwendigen Behördengänge absolvieren und eine Idee bis hin zur erfolgreichen Behebung gesellschaftlicher Missstände durchsetzen. Ältere Mitmenschen besitzen diese Möglichkeiten häufig nicht. Da ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung aber stetig zunimmt, müssen auch sie sich ein Gehör verschaffen können. Gebündelt werden ihre Anliegen in der Seniorenvertretung. Hier wird auch entschieden, welche Projekte gemeinschaftlich – meist unter Einbindung der Politik – künftig anvisiert und welche Rahmenbedingungen für die älteren Menschen bald verbessert werden sollen.

Wer sind die Seniorenvertreter?

Zunächst einmal gilt, dass sich die Seniorenvertretung für die Belange aller Menschen ab einem gewissen Alter einsetzt. Meist handelt es sich dabei um Personen, die das 60. oder das 65. Lebensjahr überschritten haben. Sonstige persönliche Eigenschaften sind daneben nicht relevant. Das Gremium agiert somit unabhängig, überkonfessionell und überparteilich. Jeder ältere Bürger kann sich hier Gehör verschaffen, kann ebenso aber mit Fragen und mit Ideen an das Gremium herantreten. Die dort tätigen Mitglieder agieren freiwillig und auf ehrenamtlicher Basis – einen Lohn erhalten sie für ihre Tätigkeit nicht. Sie haben sich auf eigenen Wunsch für die Mitarbeit in der Seniorenvertretung entschieden – zumeist, weil sie die Lebensumstände für die älteren Mitbürger besser gestalten und Missstände beheben möchten. Daran teilnehmen können Personen aus allen gesellschaftlichen und beruflichen Kreisen. Wer das Bewerbungsverfahren durchlaufen will, muss jedoch ein besonderes Verständnis für die Belange der Senioren erkennen lassen.

Welche Ziele verfolgt die Seniorenvertretung?

Seniorenvertreter sind für eine bestimmte Zeit gewählt. Diese Amtsperiode umfasst mehrere Jahre –das mag zunächst einmal viel klingen, ist in der Regel aber kaum ausreichend, um alle Belange der Bürger der älteren Generation durchzusetzen. Denn einerseits geht es darum, den Senioren überhaupt erst einmal zuzuhören, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen, ihre Lebensbedingungen bestmöglich einschätzen zu können. Andererseits müssen zur Behebung manches Missstandes auch die passenden Lösungen gefunden werden. Manchmal gilt es lediglich, Fürsprecher in der Gesellschaft und der Politik für ein Anliegen zu finden – zum Teil ist es aber ebenso notwendig, erhebliche Geldmittel für einen Vorschlag zu sammeln und sie optimal für ein konkretes Projekt einzusetzen. Eine Herausforderung also, die nicht immer leicht zu meistern sein wird und die neben der Zeit einen erheblichen persönlichen Einsatz verlangt. Zugleich aber auch eine Tätigkeit, die aktiv dabei hilft, die Lebensqualität der älteren Mitbürger zu erhöhen.

Welchen Herausforderungen widmet sich die Seniorenvertretung Lingen?

Der Einsatz für die älteren Mitmenschen ist in Lingen seit dem Jahr 1988 in einer Seniorenvertretung organisiert. Hier finden nicht alleine Gespräche mit den Bürgern statt – vielmehr sieht sich das Gremium als eine Schnittstelle zwischen den Menschen sowie allen für sie tätigen Pflegeheimen und Seniorenresidenzen, den Vereinen und Verbänden, den Kirchen und Hilfsdiensten sowie den Vertretern der Sozial- und Seniorenarbeit. Von hier aus wird nicht nur die „Drehscheibe“ geschrieben und veröffentlicht – jenes im Quartal erscheinende Magazin, das von Senioren für Senioren verfasst wird und das sich ganz den Belangen der älteren Generation widmet. Vielmehr werden hier auch alle Projekte besprochen, die das Leben der Senioren verbessern sollen. Die Teilhabe an der Gesellschaft, die tägliche Verpflegung, die Übernahme ehrenamtlicher Aufgaben, die Planung von Freizeitaktivitäten, die Ideen eines generationenübergreifenden Austausches, die sozialen und medizinischen Hilfen, die Unterstützung im Krankheits- und Behinderungsfalle sowie das Leben in den Zeiten der Corona-Pandemie gehören zu den hier behandelten Themen.

Text Opa Lingen