Wahl der Seniorenvertretung Lingen

Seniorenvertretung Lingen – eine Win-win-Situation für alle Generationen

Die Wahlen der Seniorenvertretung in Lingen stehen an und liegen uns allen auf dem Herzen. Nur mit einer aktiven Seniorenvertretung kann gewährleistet werden, dass auch die Älteren ein Mitspracherecht haben und ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Die Politik, die sich auf alle Bereiche unseres Lebens auswirkt, ist ein Prozess, der ständigem Wandel und Neuorientierung ausgesetzt ist. Diesen Prozess muss die Menschheit aktiv gestalten, umbauen, erneuern, konstruktiv betrachten, beobachten und aktualisieren. Diese Kompetenzen sind Fähigkeiten, die mehrere kluge Köpfe benötigt – aus jeder Generation. Jeder, der am gesellschaftlichen Leben Teilhabe hat, darf und muss sogar mitwirken. Der springende Punkt ist jedoch, wer, wie, wann, warum und auf welche Art und Weise der Austausch stattfindet.

Vorurteile bekämpfen

Eine Seniorenvertretung verbinden immer noch viele Menschen mit einem Austausch von überholten Ideen und ausgedienten Einfällen oder mit Aktivitäten, die nur zum Spaß von gelangweilten Rentnern durchgeführt werden sollen. Die jüngeren Jahrgänge sind nämlich zukunftsorientiert, wollen schnell sein, die Umstände anpassen und alles erneuern – und genau hier werden sich die Interessen überschneiden. Es handelt sich um eine Interessenvertretung, die genauso zukunftsorientiert ist, wie die nachkommenden Generationen. Sie, die Senioren, setzen sich ein für die Gleichberechtigung aller Jahrgänge, für die Teilnehmen in der Gesellschaft, für eine erfolgreiche Kommunikation in verschiedenen Ebenen und für die Verbesserung der Lebensqualität – genau wie die Nachfolger es tun. Während es so viele gemeinsame Ziele gibt, müssen die Jungen und Älteren miteinander gehen, anstatt gegeneinander. Statt die gegnerische Gruppe als Konkurrenz in der Beteiligung zu sehen, könnten beide Kollektive voneinander profitieren. Während die Jüngeren glauben, die Ansichten der Senioren sind nicht mehr dem digitalen Zeitalter entsprechend, können einige Senioren die Jugendlichen als unerfahren abstempeln. Wir wollen aber kaum einen Stempel aufsetzen, sondern alle mit offenen Armen begrüßen. Für einen gelungenen Austausch wird Kommunikation der Schlüssel sein, und die Voreingenommenheit muss beendet werden.

Jung und Alt an einem Tisch
Foto pixabay.com

Vorteile anstatt Vorurteile

Die Geschichte der Welt ist voller Fehler und Tragödien, aus denen wir nun die Lehren und Lektionen ziehen müssen. Die Vergangenheit hat unsere Grundlagen der Philosophie stark geprägt und uns mitgegeben, dass konstruktive Kommunikation und der Dialog den bestmöglichen Gewinn erzielen wird. Indem die jungen Köpfe ihre Impulse, Ideen, Hoffnungen, Wünsche, Pläne, Zukunftsvorstellungen und den Stand der Technologie und der Wissenschaft in das Gespräch miteinbringen, eröffnet sich den Senioren ein neues Fenster von Perspektiven. Die Senioren können im Rückzug mit einem unbezahlbaren Gut das Dialogfeld beleuchten: Erfahrung. Erfahrung, egal in welchem Jahrzehnt sie gesammelt wurde, ist die einzige Kompetenz, die nie ausdienen wird und nur mit einem entscheidenden Faktor erzielt werden kann, nämlich Zeit. Keine Ausbildung der Welt, keine akademische Laufbahn, keine Technologie, kein Geld, keine Wissenschaft oder keine Büchersammlung wird jemals dazu beitragen, ein erfahrener Mensch zu werden. In diesem Punkt sind die Senioren uns für immer zwei Schritte voraus. Hierbei handelt es sich nämlich um eine gewisse Form der Erfahrung, die unerlässlich ist, um das gesellschaftliche Leben zu gestalten: nämlich die menschliche Kenntnis.

Zwischenmenschliche Kenntnis ist unbezahlbar

Langsam wird auch den Menschen bewusst, dass der Wert des IQs oder eine dicke Mappe über die schulische Laufbahn keinen dauerhaften Erfolg verspricht. Es werden Schlüsselqualifikationen gefragt und geprüft, denn sie versichern das Überleben in einer komplexen Gesellschaft, wie die in der wir leben und die wir zu gestalten versuchen. Nicht umsonst wird von Psychologen, Pädagogen und Unternehmern lauthals nach einer Einbeziehung von sogenannter emotionaler Intelligenz in den Schulplan gerufen. Diese emotionale Intelligenz ist ein Repertoire, die den Menschen befähigt, durch kluge und geschickte Strategien Gefühle und Energie in Produktivität umzuwandeln. Sie schult den Menschen und will ihm beibringen, mit Trauer, Wut, Ängsten, Verlusten und Hoffnungen in gesundem Maße umzugehen. Die Emotionen dürfen die Leistungen nicht blockieren, machen aber im Resultat den Menschen, der durch verschiedene Erfahrungen ein Handlungsrepertoire entwickelt hat, welches ihm im Leben helfen wird. Das Trainieren von emotionaler Intelligenz hat das Ziel, jahrelange Erfahrungen und Erlebnisse zu überspringen, um den jungen Menschen mit allen möglichen Handlungskompetenzen auszustatten. Dazu gehört Empathie, Abwägen von Gedanken und Gefühlen des Kommunikationspartners oder das Bekämpfen von Leistungsblockaden. An der Stelle wird erneut deutlich, dass genau diese Fähigkeiten unabdingbar sind, um Menschen zu erziehen, die der Gesellschaft auf die Sprünge helfen. Ob die Ausbildung dieser emotionalen Intelligent mithilfe von Büchern gelingen kann, überlassen wir der Zeit. Aber es wird jeder zustimmen, dass jahrelange und echte emotionale Intelligenz, die in der Realität ausgebildet wurde, mehr Wert haben wird, als bloß theoretische. Genau diese echte und realitätsnahe Fähigkeit haben sie selben Senioren, die von manchen leider als nicht mehr funktionsfähig oder gar als irrelevant angesehen werden. Die kostbarsten Kompetenzen können nur durch Zeit erworben werden und das wird die jüngere Generation früher oder später bemerken und sicherlich werden sie bereuen, die Senioren das Ein oder andere Mal nicht zu Rat gezogen zu haben.

Den Teufelskreis beenden – Diskriminierung ist lächerlich

Es wird beobachtet, dass trotz der immer mehr zunehmenden Seniorenvertretungen immer noch ältere Mitmenschen aus aktiven Entscheidungsprozessen teilweise ausgeschlossen werden. Diese Tatsache ist, wenn man sorgfältig nachdenkt, nicht nur eine Falle, die sich selbst gestellt wird, sondern auch das Weiterspinnen des Teufelskreises. Je mehr Diskriminierung auftritt, desto weniger werden sich Ältere am Leben beteiligen können. Warum sollten sie für ein Leben einstehen, zu dem ihnen Zugang verhindert wird? Im Umkehrschluss entsteht eine passive Seniorengruppe und die Stigmatisierung der Diskriminierenden hat sich für sie gelohnt. Die Senioren sind ohnehin passiv, also warum Entscheidungsrechte mitgeben und zum Austausch heranziehen? Der Teufelskreis wird geschlossen. Es bedarf eine aufgeweckte und geschickte Generation, die ihn durchbricht – durch Vorbildfunktion. Die Senioren dürfen sich nicht zurückziehen, sondern müssen als Gegenreaktion mehr Aktivität zeigen. Außerdem wird jeder dasselbe Alter erreichen und auch in diesem Alter sich den Respekt der Umwelt wünschen. Respekt, wem Respekt gebührt.
Die Geschichte lehrt uns, dass nur ein Mutiger reicht, um Millionen zu retten. Sie lehrt uns, dass nur jene, die ihre Stimme nutzen, ihre Ziele verfolgen können. Diese Ziele sind in diesem Kontext natürlich die aktive Teilhabe an der Gesellschaft und Verwaltung, sie können aber im gleichen Zusammenhang gleichzeitig noch bedeutungsvoller werden. Sie wirken der Altersdepression entgegen, also einem Thema, welches die Lebensqualität enorm beeinflusst.

Depression im Alter vorbeugen – Lebensqualität steigern

Die Vermittlung zwischen Senioren und Verwaltung der Kommune sind das Thema, allerdings wird eine Win-win-Situation erfolgen. Mit zunehmendem Alter werden körperliche Beschwerden immer mehr und dominieren bald den Alltag. Gleichzeitig hat man sozusagen die letzte Station erreicht, auf die man das ganze Leben gewartet hat – nämlich die Rente. Es ist viel mehr Zeit vorhanden, die man nun zu gestalten hat. Natürlich gibt es zahlreiche Hobbys und Nebenaktivitäten, jedoch beobachtet man häufig Unzufriedenheit der Senioren. Es fallen so einige alte Gewohnheiten aus, die einem das ganze Leben lang Sinn gegeben haben – nämlich das Gefühl, etwas erreicht zu haben oder die Kenntnisnahme, Einfluss zu haben. Außerdem ist die Verbesserung der Seniorenrate auch eine Art Investition für die nachkommenden Jahrgänge. Man nimmt selber aktiv am gesellschaftlichen Leben teil und tut der Psyche einen Gefallen. Außerdem werden neue Kontakte geknüpft und es entstehen brennend interessante Gespräche, denen Impulse gegeben werden können, um sie zu optimieren.
Außerdem kann speziell auf die Bedürfnisse eingegangen werden, wie beispielsweise ein Allgemeinarzt oder Informationen über Aktivitäten wie Heilkunde oder Gymnastik. Im Endeffekt ist alles für die Gesundheit und für das gesunde Funktionieren einer Gesellschaft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Seniorenvertretung eine generationenübergreifende und besonders profitable Angelegenheit ist. Jeder wird an dieser Stelle animiert, sich aktiv in irgendeiner Form zu beteiligen.

Text „Wahl der Seniorenvertretung“ kommt von Opa Lingen