Ein Fisch mit Namen „Tigerauge“
Was hat es eigentlich auf sich mit dem Opa-Lingen Nickname „Tigerauge“? Soll er vermitteln, dass ein besonders scharfes Auge alles erfasst, was sich um seinen Träger bewegt? Dass er zu einem schnellen und wendigen Jäger gehört, der blitzschnell seine Beute erspäht und zielsicher fängt? Oder handelt es sich gar nicht um das lebendige Tigerauge als Symbol?
Den Nick „Tigerauge“ habe ich mir nicht, wie vielleicht mancher denken mag, in einem Anfall von Größenwahn selbst zugelegt. Im Gegenteil, das Tigerauge hat sich wohl eher mich ausgesucht, weil es einen festen Platz witterte und wusste, dass es seine Kräfte bei mir entfalten kann.
Fischgeborene wie ich, sind empfindsame, ehrliche Menschen, die mit Kreativität ständig neue Herausforderungen suchen, die sie nach Möglichkeit immer sofort umsetzen möchten. Das hat zur Folge, dass sie gleichzeitig auf vielen Baustellen agieren und sich leicht überfordern. Fische haben ein großes Bedürfnis nach sozialem Miteinander und das Vertrauen, dass sie in Menschen setzen, kann man ihnen bedenkenlos ebenso entgegenbringen. Ungerechtigkeiten aller Art sind ihnen unerträglich und ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn sorgt dafür, dass sie immer und überall mitleiden.
Besonders ausgeprägt ist bei Fischen das Bedürfnis nach Sicherheit und Zuverlässigkeit. Sowohl für sich selbst als auch für andere gilt: Treue ist ihn lebenswichtig im Umgang mit Partnern, Freunden und Geschäftsbeziehungen. Ein Fisch haut Sie niemals übers Ohr, er kämpft jedoch immer legal aber hart und fair.
Fische sind rastlos. Stillstand ist für sie nicht akzeptabel. Kommt ein Fisch in eine Lebenslage, die ihn all seine Werte und Ziele in Frage stellen lässt, kann es aufgrund seiner Sensibilität und unglücklichen Einflüssen, zu einem vorübergehenden Stillstand kommen, der ihm schwer zu schaffen machen kann. An genau so einem Punkt befand ich mich vor fast 35 Jahren. Ich neige dazu, vieles mit mir selbst abmachen zu wollen. Zumal ich die Erfahrung machen musste, dass in der Umgangssprache vieles nur leere Floskeln sind. So zum Beispiel, wenn mich damals jemand fragte: „Wie geht es dir, Opa-Lingen?“, dann entpuppte sich diese Frage als rein rhetorischer Smalltalk und nicht etwa als echtes Interesse an meiner Person. Denn so oft ich auch erwiderte: „Mir geht es nicht so gut, ich bin seelisch ziemlich am Boden, nichts macht mir mehr wirklich Freude …“, so oft musste ich auch erleben, dass ich mit diesem Satz meine Gesprächspartner überforderte. Schnell wurde das Thema gewechselt, was dazu führte, dass es mir noch schlechter ging.
Eines Tages aber wendete sich das Blatt. In einem Gespräch erzählte ich einer Frau, dass es mir nicht gut gehe. Doch statt wegzuhören und das Thema zu wechseln, hörte sie mir zu. Dann holte sie aus ihrer Tasche einen kleinen Stein, übergab ihn mir und sagte: „Trag dieses Tigerauge immer bei dir, es wird dich beschützen. Wenn es dir schlecht geht, dann nimm den Stein in die Hand und reibe ihn ein Weilchen, dann wird es dir schnell besser gehen.“
Genau das, was einige Leser jetzt denken mögen, ging auch mir damals durch den Kopf: „Wie soll ein Stein mir helfen?“ Ich nahm den Stein an und steckte er ihn in meine rechte Hosentasche. Und tatsächlich spürte ich in diesem Augenblick, nach langer Zeit ein Gefühl der Freude in mir aufsteigen. Diese Freude gab mir Hoffnung. Auch wenn ich von Esoterik bis dato keine Ahnung hatte, es war eindeutig, dass es mir von dem Augenblick an von Tag zu Tag besser ging. Hoffnung und Zuversicht stellten sich ein, und Energie und Lebensfreude kehrten zurück. Wann immer ich mich in schwierigen Lebenssituationen fand, rieb ich den Stein in meiner Hosentasche und meisterte alle Probleme.
Wie gesagt, das alles ist lange her. Wenige Jahre darauf kamen die PCs in die Wohnzimmer der Menschen und ich ließ mich von meiner Tochter in die Welt der Chatter und des Internets einführen. Dazu benötigte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Nickname. Ein Fisch nimmt natürlich nicht den erstbesten Namen dafür, sondern sucht einen, der auch eine Bedeutung hat. So wurde gemeinsam überlegt und ausprobiert, doch der richtige Name fiel uns nicht ein. Und wie schon so manches Mal, nahm ich meinen Stein in die Hand und rieb ihn. „Natürlich;“ rief meine Tochter, „Tigerauge! Das ist genau der richtige Name für Dich Papa. Wir wissen ja, was der Stein dir bedeutet und wie wichtig er ist!“ Damit hatte sie den Nagel auf den Kopf getroffen und aus Opa-Lingen wurde der Nick „Tigerauge“, mit dem ich mittlerweile im www weithin bekannt bin.
Den Stein selbst habe ich irgendwann „im Speicherbecken“ verloren. Obwohl, verloren ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn ich vermute, dass ich ihn einfach nicht mehr benötigte und er sich deshalb aus dem Staub gemacht hat, um sich von jemandem finden zu lassen, der ihn gerade dringender braucht. Denn ich bin jetzt „Tigerauge“ und werde es wohl bleiben, solange ich schreiben kann.
Heilstein Tigerauge:
Fördert Mut und Zuversicht. Gibt Kraft und Ausdauer, stärkt den Blick für das Wesentliche und fördert das Erkennen eigener Schwächen, um sie in Stärken zu wandeln. Das Tigerauge schützt vor schlechten Einflüssen von außen und hält Krankheiten fern. Außerdem stärkt der Stein die eigene Wahrnehmung und somit die Entscheidungsfähigkeit.
Text „Tigerauge“ kommt von Opa Lingen
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