Unangenehme Blähungen

Unangenehme Blähungen entstehen oft ernährungsbedingt. Sie lassen sich vermeiden, wenn man ihnen auf die Schliche kommt.

Die Volksweisheit „Aus einem verzagten Arsch, kommt kein fröhlicher Furz“  stammt von Martin Lutter und somit aus einer Zeit, in der die Umgangssprache um einiges deutlicher und deftiger war, als sie heute üblich ist und erwartet wird. Kein Wunder, damals waren die Menschen noch sehr eng mit ihrem Körper in Kontakt und was heute als peinlich gilt, regte niemanden auf. Das Zusammenleben mit Tieren und die oft mangelnde Hygiene sorgten ohnehin dafür, dass es vielerorts an Wohlgerüchen mangelte.

Nichts desto trotz, transportiert dieses Zitat eine Grundweisheit, die einen Rückschluss darauf zulässt, dass auch damals schon bekannt war, wie eng Seele und Körper miteinander verquickt sind.

Selten stecken schwere Krankheiten wie Karzinome hinter heftigen Blähungen, die natürlich in ärztliche Behandlung gehören. Viel öfter hingegen haben Blähungen ganz banale Ursachen, wie Allergien, schwerverdauliche Nahrung oder Stress. Die meisten Menschen wissen ohnehin, dass es bestimmte Nahrungsmittel gibt, die bei ihnen Blähungen verursachen. Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte und Kohlgemüse gehören hier zu den Klassikern. Sie bilden zusammen mit den Darmbakterien relativ schnell nach ihrer Aufnahme Gase, die für einen Blähbauch sorgen. Man nimmt solche Speisen deshalb nur zu sich, wenn man weiß, dass man sich anschließend nicht in Gesellschaft begeben muss.

Mögliche Ursachen starker Blähungen

Tierisches Eiweiß als Ursache für Blähungen

Der Mensch ist zwar ein „Allesfresser“, was aber nicht bedeutet, dass ihm auch alles gleich gut bekommt. Manche Nahrungsmittel sind schwer verdaulich und fordern unserem Darm Höchstleistungen ab. Zu diesen Nahrungsmitteln gehört eindeutig Fleisch. Das Verdauungssystem benötigt viele Stunden, um es zu zerlegen und zu verdauen. Nicht selten verbleiben Fleischmahlzeiten bis zu drei Tage im Darm, bis ihre Reste endlich ausgeschieden werden. In dieser Zeit bilden sich vermehrt unangenehm riechende Blähungen, die den gesamten Körper belasten. Das menschliche Verdauungssystem ist schlicht mit der täglichen Verarbeitung von tierischem Eiweiß und tierischen Fetten im Fleisch überfordert. Fleisch war bis zur Industrialisierung (und in ihrer Folge der Massentierhaltung) ein Nahrungsmittel, das im besten Fall einmal wöchentlich auf den Tisch kam. Bei der Mehrheit der Bevölkerung eher wesentlich seltener.

Rohkost als Ursache für Blähungen

Auch wenn Rohkost gesund ist und mit seinen Ballaststoffen eigentlich den Darm in Schwung bringt, so kann sie doch zu harmlosen Problemen führen. Gekochte Nahrung ist quasi schon ein wenig vorverdaut und passiert den Körper ohne große Widerstände. Blähungen verursachende Inhaltsstoffe werden während des Kochvorgangs entschärft. Das gilt im Besonderen für Zwiebeln. Rohe Zwiebeln verursachen bei fast allen Menschen Blähungen, während eine delikate Zwiebelsuppe selten Probleme macht. Es wäre natürlich Unsinn, die Rohkost deswegen vom Speiseplan zu streichen. Vielmehr kann man gezielt herausfinden, welche Gemüsesorten ohne Blähungen vertragen werden. Alle anderen kann man in gegartemZustand genießen.

Blähungen und Bauchschmerzen
Foto pixabay.com

Stress und ungelöste Probleme als Ursache für Blähungen

Ganz gleich, ob es sich um Trauer oder Dauerstress am Arbeitsplatz handelt, unser Darm reagiert extrem empfindlich auf unser Seelenleben. Das kann dazu führen, dass die normale Darmbewegung aus dem Rhythmus kommt. Verkrampfte Darmabschnitte sind dann nicht nur für den Stuhl unpassierbar, sondern auch für die sich bildenden Gase. Sie stauen sich und drücken auf umliegende Organe. Das kann soweit führen, dass Herz, Lunge und Magen in Bedrängnis kommen. Ohnmachten und Beklemmungsgefühle sind die Folge. Die Medizin spricht in diesem Fall auch vom Reizdarm. Gereizt allerdings ist vermutlich das Nervensystem allgemein auf den der Darm einfach ebenfalls mit Stress reagiert. Je nach Schweregrad, Dauer und Ursache, kann man versuchen, durch Bewegung und angenehmer Ablenkung zu mehr innerlicher Ruhe zu kommen. Traumatische Ereignisse, die zu einem Reizdarm führen können, sollten gegebenenfalls mit einem Therapeuten verarbeitet werden.

Falscher Umgang mit frei verkäuflichen Medikamenten

Auch Medikamente könne den Darm so beeinflussen, dass es zu vermehrten Blähungen kommt. Immer problematisch entwickelt sich die dauerhafte unkontrollierte Einnahme von Abführmitteln, da der Darm durch sie „verlernt“ aus eigener Kraft die Nahrung zu transportieren. Das Ergebnis: Blähungen und Verstopfung nehmen zu.

Ernährungsbedingte Blähungen sind selten ein Fall für den Arzt. Vielmehr kann man mit guter Beobachtung seinen Speiseplan so umgestalten, dass Blähungen erst gar nicht entstehen. Wer dennoch weiter unter starken Flatulenzen leidet, sollte den Besuch beim Arzt allerdings nicht scheuen, damit er abklären kann, ob nicht doch eine behandlungsbedürftige Krankheit dahinter steckt.

Auskunft
©Opa-Text