Senioren-WG

Die Senioren-WG im Blickpunkt

Betreutes Wohnen, Seniorenresidenz, Seniorenheim sind die klassischen Wohnformen für ältere Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in einer eigenen Wohnung bzw. im eigenen Haus leben können oder wollen. Seniorenheime stehen nach wie vor auf der Beliebtheitsskala an letzter Stelle und sind meist eher die Lösung, wenn sonst nichts anderes in Frage kommen kann.

Für Gesprächsstoff im positiven Sinne sorgt hingegen die Senioren-WG, für die sich auch prominente Persönlichkeiten begeistern, darunter einer der größten Anhänger dieser Wohnform, Bremens ehemaliger Bürgermeister Henning Scherf. Seit Jahrzehnten genießt er das Leben in der Senioren-Wohngemeinschaft und erzählt immer wieder gerne in den Medien von den Vorteilen, die er in dieser Wohnform für sich gefunden hat. In Deutschland steigt die Zahl der Senioren-WGs stetig.

Oma und Opa in der Senioren-WG
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Merkmale der Senioren-WG und Wohnraumanforderungen

Im Gegensatz zur Studenten-WG, die sich mit kleinen Zimmern, mitunter auch im 6. Stock ohne Aufzug und unter dem Dach, begnügen kann, werden an die Räumlichkeiten für eine Seniorengemeinschaft andere Anforderungen gestellt. Die verfügbaren Räume einer Mietwohnung sollten großzügig geschnitten, barrierefrei und komfortabel sein. Die Wohnräume liegen bevorzugt im Erdgeschoss oder im Wohngebäude ist ein Aufzug vorhanden. 

Die Anzahl der Bewohner richtet sich nach der Größe der Wohnung, dementsprechend werden pro Person ein oder zwei Zimmer zugeteilt. Küche, Bad, separates WC, Keller und Gartenbereich werden gemeinschaftlich genutzt. Eine Senioren-WG lässt sich auch in einem Haus verwirklichen, wobei es sich hierbei ebenfalls um ein Mietobjekt handeln sollte. Der gemeinschaftliche Kauf eines Hauses ist mit Risiken verbunden, da hier Erb- und steuerrechtliche Aspekte zu bedenken sind, die in einer Eigentümergemeinschaft grundsätzlich nicht ganz einfach zu händeln sind. Bei der Auswahl der geeigneten Räumlichkeiten sollte auch auf Stellplätze für Fahrzeuge bzw. die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz geachtet werden.

Vorteile, die eine Senioren-WG bietet

Eine Senioren-WG zeigt sich gerade für alleinstehende Personen vorteilhaft, denn neben der Gesellschaft spricht auch die Kostenteilung für diese Wohnvariante im Alter. Im Einzelnen sind folgende Vorteile einer Senioren-WG für die Entscheidung ausschlaggebend:

  • Kommunikation und Teilhabe
  • Gemeinsame Aktivitäten
  • Gegenseitige Unterstützung
  • Freundschaftliche Verbindungen
  • Vorbeugung von Einsamkeit
  • Selbstständigkeit bleibt erhalten
  • Motivation durch Mitbewohner
  • Kostenteilung Miete, Lebensmittel, Telefon, etc.

Für wen die Senioren-WG geeignet ist

Im Idealfall kennt man das WG-Leben schon aus der Jugendzeit, denn dann weiß man, ob man dafür geeignet ist oder nicht. So vorteilhaft diese Wohnform auch sein mag, ohne Teamplayer-Fähigkeiten macht sie wenig Freude. In einer WG gehören Regeln zur Tagesordnung. Jeder Mitbewohner erhält seine Aufgaben, die der Haushaltsführung dienen, z.B. im Rahmen eines Tages-, Wochen- oder Monatsplans.

Toleranz, Offenheit und Konfliktfähigkeit sind weitere Eigenschaften, ohne die es in einer Senioren-WG nicht funktioniert. Wo Menschen zusammenleben, kommt es immer mal wieder zu angespannten Situationen, Auseinandersetzungen und auch mal Streit. Damit sollte man umgehen können. Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen gehören ebenfalls zu den Wohlfühlfaktoren in einer Wohngemeinschaft.

Die Personen, die zusammenziehen wollen, müssen sich riechen können, daher kann es mitunter dauern, bis die passende WG-Zusammenstellung gefunden ist. Gleiche Interessen und gleiches Alter fördern das Zusammenleben, sind aber nicht zwingend für eine Senioren-WG. In der Wohngemeinschaft sind Ich-Menschen fehl am Platz, es wird geteilt und auch Kommunikation sollte kein Fremdwort sein.

Text Opa Lingen